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Über die Blackbox

Eine Kamera, ein dunkler Raum, ein paar handliche Neon-Röhren – mehr braucht der Fotograf Jan Ehlers nicht, um seine Vision vom perfekten Porträt, der Blackbox, umzusetzen. Wobei die Perfektion eine relative Sache ist, denn im Zeitalter hochaufwendiger Kunst- und Star-Fotografie, in der Fotosets mitunter schon mal locker das Budget von Werbefilmen verschlingen, sind Jans Blackboxes eher minimal gehalten, soll heißen, für die kommerzielle Industrie dürfte die Blackbox eigentlich nur als „Anti-Foto“ existieren.

Denn alles an dieser Idee ist nicht nur „low budget“, sondern „non budget“. Und genau darin liegt die Faszination der Blackbox: Jeder dunkle Raum kann verwendet werden, keine Visagisten… der Fotograf benötigt nicht mal ein wirkliches Set, eine konkrete Idee, oder eine Ausleuchtung. Dies alles liegt beim Künstler, denn nur sein Umgang mit den Röhren und sein Einfallsreichtum garantieren ein gelungenes Foto, eine gelungene Blackbox. Die Blackbox bietet die ultimative Chance zur Selbstdarstellung… oder eben auch nicht. Es kommt auf den Künstler und seine ureigene Inspiration an. Es geht eben auch und vor allem um die Möglichkeit zur Selbstreflektion!

Da die Blackbox als reines Foto-Porträt jedoch zu sehr auf das nüchterne Äußere fokussiert ist, sucht Jan nach adäquaten Mitstreitern, die ihn unterstützen, seinem Blackbox-Projekt eine endgültige Form zu geben. Erster Partner ist das -mittlerweile bundesweit hochgeschätzte- Darmstädter Stadt- und Kulturmagazin „P“, das die Foto/Interview-Serie von der Erstausgabe an als festen Bestandteil ins Heft nimmt und in dessen Team er mit mir als Journalist und unserem Kollegen André Liegl, als Designer, tatkräftige Mitstreiter für das webbasierte Interview-Magazin „blackbox-interviews.de“ findet.

Seit Ende 2008 arbeiten wir als Team und sind immer auf der Suche nach interessanten Interviewpartnern, vornehmlich kulturellen Backgrounds, die unsere noch junge Galerie bereichern sollen. Von vorneherein gilt bei der Auswahl der Themen allerdings der Grundsatz: „Gefällt das Thema nicht, interessiert es auch die Blackbox nicht!“. Eine gesunde Maxime, wie wir finden, da dieser unkommerzielle Ansatz unseren Lesern auch stets grundehrliche Fotos und die interessanteren Interviews beschert.

Wir haben eine klare Vorstellung unserer (Wunsch-)Interviewpartner und diese sollen in der Blackbox Raum zur Entfaltung haben - nichts wird zurechtgebogen, alles soll transparent, offen und ehrlich bleiben. Keine Show, kein „Artist“, sondern ein Foto und ein Gespräch von Mensch zu Mensch, Eye to Eye - Blackbox eben!

Benjamin Metz, Sommer 2010

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